Ich war auf der Suche nach einem "Internet-Rechner", also einem Computer zum Surfen und Emails schreiben, der unter Linux laufen sollte. Für diesen Zweck sind "normale" im Handel erhältliche PCs überdimensioniert. Fündig wurde ich im MSI Wind PC 2723.
Dieser Rechner hat 2 GB RAM, einen Intel 1600 MHz Atom-Prozessor, und (neben VGA und Cardreader) nur USB-Anschlüsse. Das externe Netzteil zieht maximal 60 Watt.
Auf dem Rechner war ein Suse Linux 10 installiert. Beim Hochfahren erschien ein Anmeldebildschirm mit User- und Passwort-Abfrage. Beides war nicht dokumentiert und daher konnte ich die Suse Installation nicht testen. Die mitgelieferte Dokumentation in Papierform war minimal. Ein Windows-Anwender ohne Linuxerfahrung würde wahrscheinlich "Schiffbruch" beim Betrieb erleiden.
In einem ersten Installationsversuch wurde Debian Etch verwendet und das Suse Linux gelöscht. Die Installation von DVD lief zwar sauber durch, aber der Netzwerkchip wurde nicht erkannt. In einem zweiten Lauf mit Debian Lenny wurde dann auch der passende Treiber für den Netzwerkchip gefunden. DVD-Brenner und Cardreader wurden noch nicht verwendet.
Lenny läuft nun seit rund einem Jahr ohne Probleme auf dem Rechner, der im laufenden Betrieb nicht zu hören ist. Via rc.local wird eine kleine Iptables Firewall geladen. Der Rechner hat nur eine VGA-Buchse. Ein angeschlossener TFT-Monitor von BenQ (G2010WAP) hat trotzdem bei einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln unter KDE 3.5 ein angenehmes und flimmerfreies Bild. Der Rechner hat nur USB-Schnittstellen, sollte aber mit einem alten analogen Modem mit serieller Schnittstelle betrieben werden. Ein ATEN UC232A USB Konverterkabel verbindet das Modem mit der USB-Schnittstelle. Mit diesem Kabel konnte das Modem sofort via wvdial angesprochen werden, ohne das ein Treiber geladen werden mußte.
Fazit: Wer einen preiswerten, kleinen und leisen Internet-PC unter Linux sucht, sollte sich den Wind PC 2723 einmal ansehen.