Obwohl jedes Aquarium einen Filter hat, trägt dieser seinen Namen eigentlich zu Unrecht. Er könnte genauso gut als "Schmutz-Umverteiler" oder Mineralisator bezeichnet werden. Warum? Wird ein Filter frisch in Betrieb genommen, dann filtert er makroskopische Teilchen aus dem Wasser. Im Laufe der Zeit besiedeln dann Kleinstlebewesen diesen "Schmutz" und bauen ihn ab. Das Filtrat wird in Mineralstoffe umgewandelt und diese werden wieder ins Wasser freigesetzt. Diese Mineralstoffe reichern sich im Wasser an und würden irgendwann toxische Werte erreichen. Daher gehört zur Pflege eines Aquariums der regelmäßige Wasserwechsel.
D.h. es gibt also zwei Filterprinzipien: Den "mechanischen" Filter und den biologischen "Mineralisator". Diese widersprechen sich in ihren Eigenschaften:
Mechanischer Filter
- Wechsel des Filterinhalts nach einigen Tagen
- kleines Filtervolumen
- "Schmutz" wird durch Filterwechsel entfernt
Biologischer Filter
- Wechsel des Filterinhalts nach einigen Monaten, besser nie
- großes Filtervolumen
- "Schmutz" wird mineralisiert und durch Wasserwechsel entfernt
Viele Hersteller versuchen nun beide Prinzipien in einen Filter zu vereinigen. Dies kann die Kombination eines Topffilters, den man nur alle paar Monate sauber macht, und eines Vorfilters, den man alle paar Tage reinigt, sein. Aber beide Prinzipien schließen sich aus und ein solcher Filter wird daher immer nur ein Kompromiss sein.
Daher verwende ich bei großen Becken zwei Filter, die diesen beiden Prinzipien optimal entsprechen. Ein kleinen Innenfilter und ein großer externer Biofilter mit ca. 5-10 % des Beckenvolumens. Das bringt folgende Vorteile:
- Beim Innenfilter erfolgt ein Filterwechsel mit wenigen Handgriffen.
- Der Biofilter wird nie gereinigt.(Reinigung -> Dezimierung der Bakterienpopulation -> schlechte biologische Filterung).
- Bei Fischkrankheiten verabreichte Medikamente sind oft Gift für die Filterbakterienpopulation. Einen externen Biofilter kann man "kurzschließen (Ausgang in Eingang)" und vom Becken während der Therapie abkoppeln. Am Ende der Behandlung wird der Wirkstoff mit Aktivkohle entfernt und der Langsamfilter wieder integriert.
- Bei einem Stromausfall sterben die Filterbakterien ab. Man kann dann auch hier den Biofilter für einige Tage kurzschließen und dann wieder normal laufen lassen.
Haben nun Biologische Langsamfilter nur Vorteile?
Leider muß man diese Frage mit Nein beantworten. Zum einen bauen Sie jede Art von organischer Substanz ab, also auch Dünger-Chelate. Diese sind in jeden Düngemittel enthalten, z.B. EDTA. Diese sorgen dafür das die Mineralstoffe in Lösung bleiben und nicht ausflocken. Zum Anderen besteht die Gefahr, daß z.B. bei einem längeren Stromausfall sämtliche Bakterien sterben und dann beim Ende des Stromausfalls sich eine ziemlich "giftige Brühe" ins Aquarium ergießen würde.